Sozioökonomische Lebensbedingungen
Die sozioökonomischen Lebensbedingungen geben Aufschluss über die Lebensverhältnisse von Personengruppen. Zur Beschreibung der sozioökonomischen Lebensbedingungen wird auf häufig auf die Erwerbslosenquote, auf den Bildungsstatus und auf das Einkommen Bezug genommen. Im Folgenden sollen nicht nur die Lebensbedingungen der in Deutschland lebenden Marokkanischstämmigen beschrieben werden, sondern mit der Hinzuziehung der deutschen und türkischsstämmigen Bevölkerung in Deutschland beschrieben werden, wie die soziale Lage von Marokkanischstämmigen im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen aussieht.
Tabelle 1: Erwerbslosenquote nach ethnischer Herkunft

Quelle: Mikrozensus 2005; Basis: erwerbsfähige Bevölkerung; eigene Berechnungen.
Die Auswertung der Erwerbssituation ergibt, dass die Deutschen mit einer Erwerbslosenquote von 9,7 Prozent deutlich besser auf dem Arbeitsmarkt abschneiden als die marokkanisch- oder die türkischstämmigen Allochthonen, deren Quote bei 25,1 bzw. 22,3 Prozent liegt. Die hohe Erwerbslosenquote unter den marokkanischstämmigen Allochthonen kann als ein Indikator für eine schlechte sozioökonomische Integration gewertet werden. Denn die Erfahrung der Erwerbslosigkeit ist verknüpft mit einer geringeren Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen, mit ökonomischer Unsicherheit, mit der Erfahrung von Stigmatisierung, mit dem Verlust an sozialer Einbindung und Lebenschancen, um einige soziale Folgen zu benennen.
Die Ursache für die hohe Erwerbslosenquote ist die schlechte Bildungssituation unter den Marokkanischsstämmigen.
Tabelle 2: Schulabschluss nach ethnischer Herkunft

Quelle: Mikrozensus 2005; Basis: Befragte, die die schulische Ausbildung beendet haben; eigene Berechnungen.
Anhand der Tabelle 2 zeigt sich, dass 37,4 Prozent der Marokkanischstämmigen in Deutschland keinen Schulabschluss verfügen. Damit übertreffen die Marokkanischstämmigen die Türkischstämmigen, die einen Anteil von 29,6 Prozent für Personen ohne Schulabschluss ausweisen. Unter den Deutschen liegt der Anteil bei 1,9 Prozent. Interessant ist, dass unter den Marokkanischstämmigen ein hoher Anteil eine Hochschulreife ausweist. 22,5 Prozent verfügen demnach über die Berechtigung eine Hochschule zu besuchen. Der Anteil der Deutschen mit einem Abitur liegt bei 23,4 Prozent und ist damit ein wenig höher als der entsprechende Anteil für die Marokkanischstämmigen. Der Anteil für die Türkischstämmigen liegt bei 10,9 Prozent.
Die Bildungssituation der Marokkanischsstämmigen zeichnet sich somit durch eine ambivalente Situation aus. Auf der einen Seite findet sich ein hoher Anteil an Marokkanischstämmigen, die über keinen Schulabschluss verfügt, auf der anderen Seite gibt es auch einen hohen Anteil an Marokkanischstämmigen, die eine Hochschulreife vorweisen können und damit den höchsten Schulabschluss erreicht haben.
Eine gute Bildungssituation schafft gute Voraussetzungen, um im Arbeitsmarkt eine Beschäftigung und damit gute Einkommensverhältnisse zu finden.
Tabelle 3: Haushaltseinkommen nach ethnischer Herkunft

Quelle: Mikrozensus 2005; Basis: Haushalte; eigene Berechnungen.
Betrachtet man das durchschnittliche Haushaltseinkommen so ist festzustellen, dass die marokkanischstämmigen deutlich schlechter abschneiden als die Türkischstämmigen. Dies überrascht ein wenig, da die Erwerbssituation von Marokkanischstämmigen nicht deutlich schlechter ist als der der Türkischstämmigen.
Insgesamt kann man sagen, dass die Marokkanischstämmigen in Deutschland im Vergleich zu den Türkischstämmigen und Deutschen schlechter gestellt ist, wenn man die sozioökonomische Merkmale wie Bildung, Erwerbssituation und Einkommen betrachtet.